Tipps zu Bauplänen

Baupläne faltet man nicht!

Baupläne werden aus Platzgründen in Baukästen oft gefaltet geliefert oder später zusammengefaltet irgendwo abgelegt. Will man einen solchen Bauplan später, vielleicht nach Jahren oder Jahrzehnten, wieder benutzen oder auch nur ansehen, bemerkt man das Malheur recht schnell. An den Falzen lässt sich der Plan nicht mehr gerade biegen oder bricht dabei, hat sich manchmal sogar schon aufgelöst.
Ich schreibe hier aus eigener leidvoller Erfahrung! Ich sammle und restauriere alte Schlüter-Hubschrauber aus den frühen 1970er Jahren. Die mit den Modellen erworbenen Pläne waren - teilweise - in sehr schlechtem Zustand. Das Auseinanderfalten erforderte viel Mut und Vorsicht. Aber auch die Pläne meiner eigenen Baukastenmodelle sind nicht wirklich besser erhalten.

Deshalb: Baupläne rollen!

Sind schon Falten in einem Plan, und der Plan ist nicht allzu mürbe, kann man ihn evtl. folgendermaßen retten:

Sinnvollerweise macht man das zu zweit!
Zuerst wird der Plan auf einer ebenen Fläche vollständig ausgelegt, glatt gestrichen und die Ecken beschwert.
Ein Bügeleisen in erreichbarer Nähe aufstellen und auf höchstens "Wolle" anheizen. Mit der Wärme muss man ein bisschen experimentieren. Das Papier darf später nicht braun oder gar schwarz werden! Es sollte nicht mal heiß riechen!
Während der Helfer jetzt den Plan vorsichtig glatt zieht, wird ein Falz mit einem feuchten Tuch mehrmals betupft. Dabei merkt man schnell, wann sich der Falz mit leichtem Zug glatt legt.
Nun kommt das Bügeleisen zum Einsatz. Während der Helfer das Papier weiterhin vorsichtig(!) glatt hält, drückt man das Eisen immer wieder kurz(!) auf die Stelle, wo der Falz war und kontrolliert zwischendurch das Resultat mit dem Finger. Solange noch Feuchtigkeit im Papier ist, erwärmt es sich nur mäßig. Wird es dann schnell wärmer oder gar heiß, ist man fertig.
Jetzt hält man das Papier noch unter leichter Spannung, bis es abgekühlt ist.
Als Ergebnis sollte der Falz verschwunden sein.
Diese Arbeit wiederholt man mit allen Stellen des Plans, die es nötig haben. Am Ende sollte der Plan ohne Hilfe glatt auf der Unterlage liegen.

A C H T U N G : ich habe diesen Tipp zwar selbst mit Erfolg angewendet, übernehme aber KEINE Garantie in irgend einer Weise für einen Erfolg!
V O R S I C H T : Papier, vor allem altes Papier, ist hitzeempfindlich! Deshalb muss man mit dem Bügeleisen aufpassen, dass das Papier nicht entflammt! Lieber etwas weniger Hitze als ein verkokelter Plan oder eine abgefackelte Werkstatt!

Seid also gewarnt - Anwendung des Tipps auf eigene Gefahr!

Beschädigte Pläne reparieren

Hände weg von Tesafilm oder ähnlichen Klebestreifen!

Solche Klebestreifen haften sofort, was ja ihr Sinn und Zweck ist. Allerdings bleibt einem dadurch keine Korrekturmöglichkeit mehr, falls man den Plan nicht genau exakt verklebt hat. Resultat: der Plan ist schief oder wellig oder sonst wie nicht mehr zu gebrauchen.
Ganz alte Klebestreifen hinterlassen oft hässliche Flecken im Papier.
Die Klebestreifen lassen sich nur sehr aufwändig wieder entfernen. Tipps dazu gibts weiter unten.

Flüssiger Bastelklebstoff und Papierflicken

Da der Bauplan des Graupner Mosquito viele Risse an alten Falzen und auch einige Löcher hatte, habe ich ihn mit Papier und gängigem Alleskleber repariert. Ob das eine langfristige Lösung ist, kann nur die Zeit zeigen. Ich brauche den Plan schnell, deshalb dieser Versuch.

Der Plan liegt schon seit etwa zwei Jahren aufgerollt an einer ungestörten Stelle. Damals hatte ich die Risse noch mit Klebestreifen geflickt.

Ich habe mich heute von einer Schmalseite zur anderen vorgearbeitet. Die gerade nicht zu bearbeitenden Stellen blieben aufgerollt, was auf der Werkbank doch recht viel Platz spart und Beschädigungen des Plan zu vermeiden hilft. Ich arbeite mich Beschädigung für Beschädigung über den Plan.

Zunächst entferne ich wie unten beschrieben den alten Klebestreifen.
Als nächstes schneide ich mir aus ganz normalem Druckerpapier einen Streifen oder Flicken mit ca. 0,5 cm Übermaß zu der Beschädigung.
Ist der Plan an der beschädigten Stelle verknickt oder gefaltet, ziehe ich diese Stellen gaaanz vorsichtig mit einem Skalpell auseinander, bis das Papier in der ursprünglichen Richtung und an der richtigen Stelle liegt. Der Plan muss jetzt absolut eben liegen. Dazu beschwere ich ihn rund um die Reparaturstelle.
Auf und um die zu reparierende Stelle verteile ich Alleskleber - nicht zu knapp, aber auch nicht zu üppig. Nach Augenmaß soll der Kleberfleck etwas größer als der Flicken sein.
Schließlich kommt der Flicken drauf. Da der Alleskleber schell abbindet, kann ich fast sofort die nächste Stelle in Angriff nehmen.

Klebestreifen entfernen

Am besten hat es bei mir bei recht neuen Verklebungen (zwei, drei Jahre) mit einem Haarfön und einer Spitzzange funktioniert.
Ich hab ein Ende des Streifens warm gemacht und eine Ecke "abgeknibbelt". Hier hab ich dann mit der Zange zugefasst und die Stelle solange erhitzt, bis sich der Film leicht lösen lässt - aber nicht so heiß, dass der Kleber auf dem Papier bleibt (das sieht man - er glänzt). Dann den Klebestreifen langsam und in sehr flachem Winkel zum Papier abziehen und dabei immer warm halten. Das ist eine ziemlich klebrige Angelegenheit, funktioniert aber recht gut. Und - ganz wichtig: immer von der intakten Stelle zur kaputten Stelle arbeiten. Sonst reißt man am Ende doch noch Papier mit weg.
Und außerdem: Papier und Hitze vertragen sich auf Dauer nicht. Also Vorsicht mit dem Fön!

© Uwe Jantzen 3.2.2019